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Andreas Wiesinger, Boulevardzeitungen im crossmedialen Vergleich

Süffisant verweisen Patrioten darauf, dass es in Tirol kaum Boulevard-Journalismus gibt, weil in diesem Land nur hochqualifizierte Journalisten in hochqualifizierten Medien für ein hochqualifiziertes Publikum schreiben.

Andreas Wiesinger nimmt für die „Boulevardzeitungen im crossmedialen Vergleich“ deshalb acht Zeitungen ins Visier, unter anderem „Bild“, „Blick“, „Heute“ und „Kronenzeitung“, um erstens auszumachen, wie populärer Journalismus funktioniert, und zweites abzuchecken, wie sich das Boulevard das neue Medium Online unter den Nagel reißt.

Goran Vojnovic, Vaters Land

Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens haben die meisten in Europa gestaunt, wie viele Nationalitäten und Staaten in diesem wundersamen Tito-Staat versteckt gewesen sind. Aber auch die ehemaligen Bewohner sind über Nacht in einen anderen Staatszustand versetzt worden, in dem sie sich immer noch mit ihren Geschichten einrichten müssen.

Goran Vojnovic nimmt für seine Heimat- und Identitätssuche eine klassische Zauberformel: Der Vater wird für tot erklärt und alles ist erklärt. In „Vaters Land“ freilich hält dieser Zauberbann nur eine gewisse Zeit, der Ich-Erzähler googelt wie alle Menschen seine Vorfahren aus, und siehe da, der Vater ist bloß untergetaucht, nachdem man ihm ein Massaker in einem Dorf unterstellt hat.

Erwin Uhrmann, Abglanz Rakete Nebel

In der guten Lyrik ist nicht nur die Schwerkraft als solche aufgehoben, im lyrischen Kraftfeld verlieren die Wörter oft auch ihre ursprüngliche Bedeutung und legen sich neue semantische Flügel zu.

Erwin Uhrmann lockt mit seiner ungewöhnlichen Assoziationskette Abglanz-Rakete-Nebel die Leserschaft elegant ins Innere des Buches, wo die Gedichte und Bilder ausgebreitet sind wie ein stroboskopischer Flügelschlag. Fast alle Gedichte sind zweiseitig und in der Mitte gefaltet. An dieses Format halten sich auch die Bilder von Julian Tapprich, auf denen monumentale Stillleben zu sehen sind. Eine Arbeitsschaufel lehnt etwa feierlich in der Ecke, während ein Playmobil-Frosch aus dem Bild abzuhauen versucht. Die leicht verschwommen wirkenden Installationen zeigen aber ein klares Motiv: die Verstörung durch filetierten Alltag!

Oswald Stimpfl, Südtirols schönste Waalwege

Die Überlebensgeräte von früher werden die Vergnügungsstücke der Gegenwart. Die Arbeitslandschaft der Vorfahren wird zu einer Vitrine des Tourismus. Die Müßiggänger von morgen werden auf den Autobahnkleeblättern von heute flanieren.

Oswald Stimpfl fordert mit seinem Begleitbuch entlang der schönsten Waalwege Südtirols geradezu zeitlose Vergleiche heraus. Die Waale sind nämlich nicht nur eine Einrichtung des Überlebens, womit man früher klug dosiert frisches Wasser in die trockensten Flecken des Vinschgaus gebracht hat, da in den Waalen ständig Wasser fließt, sind diese auch Sinnbild für Vergänglichkeit, Zeit, Geschichte, kurzum für das Leben.

Rainer Nickel, Xenophon - Leben und Werk

„Die vorliegende Darstellung möchte dazu beitragen, Xenophons Persönlichkeit zu verstehen und dabei nicht nur seinen Lebenslauf, seine kulturelle Umwelt, seine literarischen Voraussetzungen und Absichten und seine spezifischen Arbeitstechniken, sondern auch seine politischen Anschauungen und Überzeugungen kennenzulernen.“ (4)

Rainer Nickel ist in seiner Monographie über Xenophon, den antiken griechischen Politiker, Feldherrn und Autor von Werken zur Philosophie, Ökonomie und Geschichte, mit viel Akribie dem Leben, den Anschauungen und Überzeugungen des berühmten Sokrates-Schüler auf der Spur. Den Schwerpunkt der Darstellung bilden seine historischen, pädagogisch-ethischen Schriften sowie seine sokratischen Bücher und Schriften über Sokrates.

Neue Heimat Tirol (Hg.): Galerien Neue Heimat Tirol

Gute Denkmäler müssen immer wieder nachjustiert und umgebaut werden, sonst geht ihnen der Diskussionssinn verloren und sie werden zu Archivmaterial.

Der Begriff Denkmal im weiteren Sinn kann auch Gebäude und Stadtteile beinhalten, wenn sie als nacheinem Denkmal-Konzept errichtet worden sind. Die sogenannten „Südtiroler Siedlungen“ sind neben der puren Wohnraumbeschaffung für Südtiroler Optanten immer auch als gebauter politischer Wille zu sehen. Mit ihren sich an Burgen, Festungen, Grabmälern, Lauben oder Bauernhöfen orientierenden Elementen sollten sie den Übersiedelten ein Stück transplantierte Heimat geben. An die Integration mit der bereits vorhandenen Bevölkerung ist vermutlich nicht einmal gedacht worden.

Wilhelm Kuehs, Wer zuletzt lacht

Mittlerweile wird manchem Krimi-Schreiber selbst bewusst, dass das Fließbandschreiben nicht das Gelbe vom Ei sein kann, weshalb immer öfter in einem Nachwort erklärt wird, welch hohe Gedankengänge eigentlich im Krimi stecken.

Wilhelm Kuehs erklärt sein ungebremstes Schaffen mit der hohen Wahrscheinlichkeit, die in einem Krimi sitzt. Er zitiert den russischen Semiotiker Jurij M. Lotman, der sagt, „der literarische Text sei ein sekundäres modellbildendes System“. Im Kärntner-Krimi werden Elemente der Wirklichkeit transferiert, modelliert und manchmal bis zur Kenntlichkeit entstellt, um ein sekundäres System, eine narrative Welt zu schaffen. (333)

Sepp Kahn, Drei Bauern auf Wallfahrt

Seit im Tourismus das Gelände im Winter als Loipen genützt und im Sommer als Jakobsweg betrampelt wird, ist auch das Wallfahrtswesen in Tirol wieder in Schwung gekommen.

Sepp Kahn fasst sich als Erzähler ein Herz und marschiert mit seinen Kollegen, zwei gestandenen Altbauern, von denen nur einer Sepp heißt, von Itter nach Georgenberg. Von Anfang an ist klar, hier werden die erwanderten Bilder ironisch gedeutet und aufgezeichnet, die Haltung wird nie in Frage gestellt, selbst der größte Scheiß ist zwar von Menschenhand gemacht, dient aber zur Verehrung eines höheren Tiroler-Sinns.

Kurt Vonnegut, Schlachthof 5

„Ist der Roman gegen Krieg? - Warum nicht gegen Gletscher?“ Gute Romane stellen die entscheidenden Fragen zeitlos wie eben philosophische Grundhandgriffe wirken.

Kurt Vonnegut versteckt seinen Romantitel „Schlachthof 5“ in barocker Manier unter einem Absatz von Inhaltsangaben, Deutungsmöglichkeiten und anekdotischen Verankerungen in der Literaturgeschichte. Der Kern, nämlich Schlachthof 5, ist eine Adresse im Dresden des zweiten Weltkriegs, worin amerikanische Kriegsgefangene interniert sind und das Bombardement durch die eigenen Truppen erleben.

Paul Theroux, Hotel Honolulu

Hotel und Literatur sind seit Jahrhunderten Gefährten und fast schon so innig verbunden wie Mensch und Hund. Das Hotel ist wie der Mensch auf fast allen Kontinenten verbreitet und befriedigt dabei gleichermaßen globale und regionale Tendenzen, die jederzeit zu einer Geschichte führen können.

Paul Theroux, der alte Reiseliteraturfuchs, verwendet im Hotel Honolulu einen feinen Erzähltrick. Er schickt das erzählende Ich in eine Schreib-Krise und folglich in einen leeren Vorstellungs-Raum. Der Erzähler nimmt im Honolulu den Job eines Geschäftsführers an, und schon sind die Geschichten da. Das Hotel hat achtzig Zimmer und tatsächlich hat auch das literarische Hotel achtzig Kapitel.

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