Erwachsene - Alle Beiträge nach Erscheinungsdatum

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Michael Krüger, Hellwach gehe ich schlafen

Aus der Sammlung eines Meisters Gedichte auszuwählen, hat vor allem den einen Sinn, diese in der neuen Zusammenstellung mit neuem Licht zu versehen, wie man ja auch oft als Leser seine Bücher für ein aktuelles Regal zusammenstellt, um diesen besondere Liebe und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Hellwach gehe ich schlafen ist durchaus als Lebensmotto zu lesen, mit dem Michael Krüger unauffällig neben der Verleger-Arbeit sein eigenes Programm abgewickelt hat. In der Master-Sammlung aus vierzig Jahren sind die wichtigsten Texte geordnet unter den Lichtstreifen: Wie Gedichte entstehen / In diesem Haus ist Platz für vieles / Die Helligkeit ist endlich bereit / Ein flüchtiges Testament.

Alina Herbing, Niemand ist bei den Kälbern

Schon von Kinderbüchern an werden wird auf jenes helle Bild hin getrimmt, wie ein Bauernhof auszusehen hat. Und selbst ein Roman über das Leben auf dem Lande löst bei den meisten Lesern in der Erwartung garantiert archetypische Szenen aus.

Was immer man sich als Leser auch darunter vorstellt, was geschieht, wenn niemand bei den Kälbern ist, es ist noch grotesker und noch brutaler, was Alina Herbing da anhand der Heldin Christin vom Land berichtet. Eigentlich ist alles schön, das Land hinter Lübeck ist weit, die Tiere sind im eigenen Interesse auf Hygiene aus und gehen freiwillig in die Melkbox, der Hund Prinz tut alles, um unauffällig bei der Herrschaft Wohlgefallen auszulösen, und in harmonischer Entfernung wummert ein Windrad.

Gerhard Schweizer, Islam verstehen

„Im vorliegenden Buch versuche ich zu zeigen, dass »Islam« für viele Hundert Millionen Gläubige etwas völlig anderes bedeutet als das, was radikale Splittergruppen als den »wahren Glauben« und die einzig richtige Gesellschaftsform propagieren.“ (18)

Gerhard Schweizer setzt sich intensiv sowohl mit dem schwierigen Verhältnis zwischen westlich-christlicher Kultur und dem Islam, als auch mit den verschiedenen unterschiedlichen Facetten im Islam selbst auseinander. Dabei bietet er einen historischen Abriss in der Entwicklung beider Religionen sowie ihrer Beziehungen von der Entstehung des Islam bis in die Gegenwart.

Simon Konttas, In der Ruhe rauschender Blätter

Die Steigerung von einem Lyriker ist ein Lyriker mit Theorie.

Simon Konttas gibt seinen fünf lyrischen Weltanschauungen einen „berauschenden“ Titel: In der Ruhe rauschender Blätter. In seinem Nachwort, das man als Einbegleitung lesen sollte, nimmt er das schöne Motto des kolumbianischen Aphoristikers Nicolás Gómez Dávila auf, wonach Gedichte nicht geschrieben werden, damit wir sie lesen, sondern damit wir uns ihrer erinnern. (75)

Edith Hall, Die alten Griechen

„Aber je länger ich mich mit den alten Griechen und ihrer Kultur beschäftigte, desto überzeugter bin ich, dass sie herausragende Eigenschaften besaßen, die man in dieser Fülle kaum anderswo im Mittelmeerraum oder im Nahen Osten findet.“ (13)

Das Sachbuch zur griechischen Antike versucht die einzigartige Geschichte der alten Griechen über einen Zeitraum von zwei Jahrtausenden, von der minoisch-mykenischen Kultur bis zum Beginn des Oströmischen Reiches darzustellen und die zehn zentralen Eigenschaften aufzuzeigen, die für ihre großen kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen verantwortlich sind, die zur Grundlage des westlichen Denkens werden konnten.

Fabio Genovesi, Der Sommer, in dem wir das Leben neu erfanden

Jeder Mensch arbeitet ein Leben lang an seiner eigenen Erzählung, mit der er sich und anderen das Leben begreifbar macht. Und dann gibt es ab und zu eine Jahreszeit, da muss man sich selbst alles neu aufsetzen und erklären, weil nichts mehr passt.

Fabio Genovesi arbeitet mit viel Sommerlicht, wenn er seine Heldinnen und Helden zur Neuausrichtung an den Strand schickt. Alles ist hell, warm, das Meer rauscht glatt wie auf einem Cover. Und tatsächlich inspiriert vor allem ein meerblauer VW-Bus, der ein gelb-blaues Schlauchboot als Firmament-Grenze am Dach trägt, zu einer fröhlichen Lese-Ansicht.

Michael Forcher, Erzherzog Ferdinand II.

„Wäre es als böses Omen gesehen worden, Erzherzog Ferdinand II. hätte gleich wieder umkehren müssen. Allzu viel ging schief, als der neue Landesfürst am 17. Jänner 1567 in seine zukünftige Residenzstadt Innsbruck einzog.“ (9)

Erzherzog Ferdinand II. spielt in der Tiroler Geschichte eine beachtenswerte Rolle als humanistisch gebildeter Kunstliebhaber mit großer Kunstsammlung sowie als wichtiger Protagonist der Gegenreformation. Berühmt gemacht hat ihn jedoch seine skandalöse Ehe mit der Kaufmannstochter Philippine Welser, für die er Schloss Ambras mit seiner weithin berühmten Kunst- und Wunderkammer errichten ließ.

René Freund, Niemand weiß, wie spät es ist

Die Frage nach der Zeit gehört zu den gängigsten Anbahnungsfloskeln. Wenn jemand darauf keine Antwort weiß, liegt entweder ein Verständigungsproblem vor oder der Angefragte ist ein Philosoph.

René Freund hat sich für seinen Roman einen unsichtbaren, abgetretenen Helden ausgesucht. In Paris ist ein älterer Herr gestorben und macht mit seinem Testament von sich reden. Er verlangt nämlich, dass seine Tochter Nora mit ihm in der Urne noch ein paar Erledigungen macht, ehe das endgültige Erbe aufgemacht wird. Nora bekommt den Notariatsgehilfen Bernhard beigestellt und muss sich mit ihm als Zeugen auf die Urnen-Tour begeben.

Thomas Eder u.a. (Hg.), Einfache Frage: Was ist gute Literatur?

Scheinbar kluge Fragen sollte man immer mit der klügsten Gegenfrage der österreichischen Seele beantworten: Wer lässt fragen? Einig sind sich so ziemlich alle, dass Literatur ein Prozess ist, der nie abgeschlossen ist, der aber dennoch ein fertiges Tagesprodukt abliefert.

Wahrscheinlich die größte Tagesproduktionsstätte für Literatur ist die Alte Schmiede in Wien, worin seit gut vierzig Jahren Literatur gemacht wird, indem über sie diskutiert oder gestritten oder sie umschmeichelt wird. Dabei lässt sich die Literatur nicht einmal zu schwer runden Jubiläen zähmen und in einen Pokal hineinpressen, so dass man eine Korrespondenz-Serie gestartet hat, worin aus ursprünglich 35 Literatur-Moderatorinnen sich letztlich acht Korrespondenten-Paare gebildet haben.

Giwi Margwelaschwili, Die Medea von Kolchis in Kolchos

Wie erfährt man von einem Mythos, wenn alle Beteiligten schon tot sind und nichts mehr da ist, als der Name von einem unbeschreiblichen Ding oder Ereignis.

Giwi Margwelaschwili ist ein Meister in beiden Welten, im Surrealismus und in der Postmoderne. Er ist somit der ideale Autor, um den Medea-Mythos in die Gegenwart zu holen, zumal ihm als Georgier die Kolchischen Geschichten zu Füßen liegen. Ein Ich-Erzähler, Alter-Ego und Mythen-Journalist macht sich auf den Weg, eine Position zu finden, von der aus man alle Jahrhunderte und alle geographischen Strukturen überblicken kann.

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