Bücher | Medien nach Erscheinungsdatum

Peter Handke, Don Juan (erzählt von ihm selbst)

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Bücher lassen sich zweifach lesen, einmal als heftige Zeitgenossenschaft und einmal als Archiv. Peter Handkes Bücher haben die Eigenschaft, synchron beides zu sein, nämlich Archiv und Zeitgenossenschaft.

So gibt es durchaus Leser, die die Zeit in Handke-Bücher einteilen, 1972 war das "Wunschlose Unglück", 1982 die "Geschichte des Bleistifts", 1992 die "Stunde, da wir nichts voneinander wussten" und jetzt 2004 ist das Jahr vom "Don Juan".

Meinrad Schumacher, Wegmarken für suchende Christen und bekümmerte Atheisten

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Manche Bücher sind so stark an den Autor gebunden, dass man diesen immer leibhaftig mitdenkt, wenn man das Buch liest. Meinrad Schumacher gilt einerseits als Boje des jeweiligen Zeitgeistes, andererseits als permanenter Widerstandskämpfer im Zeitgeist. Die Lebenskurve des ehemaligen Stadtjugendseelsorgers von Innsbruck und die offizielle Kurve der Kirche sind immer wieder auf Kollisionskurs im rechten Winkel zusammengezuckt.

Rupert Mayr / Bernhard Mayr, Gartenfreude Bienenfleiß

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Wenn jemand einen Garten hat, denkt er auch in Gärten, wo andere in Sätzen denken. Diese alte japanische Gartenweisheit zieht sich ermunternd durch das Buch von der Gartenfreude und vom Bienenfleiß.

Adalbert Köllemann, Der Mulimarschall

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Lausbubengeschichten haben es so an sich, dass sie ununterbrochen stattfinden müssen.

Der Ich-Erzähler hat daher ein sehr aufregendes Leben hinter sich, obwohl er in Innsbruck geboren ist, was ja meist einen heftigen Lebenslauf ausschließt.

Philippe Djian, Sirenen

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Ein guter Polizist hat ständig etwas laufen, wie man so sagt. Wenn es sich um einen ganz guten Polizisten handelt, laufen immer nur Fälle im Hintergrund, die dieser dann zur Errettung seiner inneren Unruhe löst.

Bei nicht ganz so guten Polizisten laufen ständig erotische Sachen ab, die den Kriminalfall aber durchaus beschleunigen können.

Franz Kabelka, Heimkehr

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Was ein perfektes Bundesland ist, hat auch einen lokalen Paradekommissar.

In der Literatur stellt der österreichische Regionalkrimi mittlerweile eine gut eingeführte Möglichkeit dar, den großen Zeitgeist gespiegelt in der kleinen Welt einer Region für die Leser spannend aufzubereiten.

Markus Köhle, Letternletscho ein Stabreim-Abecetera

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Ein aufregender Text spricht ja bekanntlich alle Sinne an. Während der Mund irgendwie vom kulinarischen Titel eingewässert ist, wird das Leseauge wird bei diesem Letternletscho auf Anhieb mit der größten Ordnung vertraut gemacht.

Der Text ist sauber alphabetisch aufgefädelt, jeder Ordnungsbuchstabe bekommt durch diese penible Unterordnung sein Fett ab.

Georg Trakl, Am Moor

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Ein Buch besteht üblicherweise aus Aura und Inhalt. Während der Inhalt ziemlich fix zu jeder gesellschaftlichen Jahreszeit abgerufen werden kann, verändert sich die Aura täglich im Zeitgeist.

Georg Trakls Am Moor besticht auf Anhieb wegen der Aura. Da wird hundert Jahre nach seiner Lebenszeit in Innsbruck ein Literaturverlag gegründet, und dessen Programm stürzt sich nicht nur in die Gegenwart, sondert versucht auch jene Prinzipien zu würdigen, die das Wesen der Literatur ausmachen. „

Erich Ledersberger, Maria fährt

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Maria fährt. Punkt. Die Erzählung handelt von einer Frau, die wirklich einmal jenen Punkt gemacht hat, den man Menschen mit einem dahinplätschernden Leben gerne empfiehlt.

Mohammed Khair-Eddine, Es war einmal ein glückliches Paar

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Gegen alle Physik ist es vielleicht denkbar, daß ein Kreisel eines Tages zur Ruhe kommt, aber nicht umfällt, sondern auf der Spitze stehen bleibt.

Etwas von dieser merkwürdigen Ruhe hat der alte Bouchaib, der in den südlichen Bergen Marokkos den wichtigsten Text seines Lebens aufschreibt, worin alles, was wichtig ist, vorkommt und geklärt wird.

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