Bücher | Medien nach Erscheinungsdatum

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Peter Handke, Die Obstdiebin

Kaum Handlung, kaum Thesen, kaum Genre, alles richtig, kaum etwas falsch. Peter Handke kommt wie die meisten Schriftsteller, die denkend gealtert sind, ohne den Schnickschnack der Schreibschulen und Germanistik aus. Zum 75sten Geburtstag hat er sich die Kärntner Verfassung umschreiben lassen, damit er Anspruch auf das goldene Keks hat. Sich selbst hat er die Obstdiebin vom Leib und auf den Leib geschrieben, und nur, wer alle bisherigen Lesetipps hinter sich lässt, kommt an die Obstdiebin heran.

Die Obstdiebin kann man nicht falsch lesen, weil alles, was man auf diesen fünfhundert Seiten entdeckt, einfach schön, ungewöhnlich und handkisch ist. Im Eisenbahnwesen gibt es diese Langsam-Fahrstellen, wenn die Gleise schwach sind, bei Handke gibt es die Langsam-Lesestellen, wenn der Text stark ist. Die Obstdiebin ist eine einzige Langsamfahrstrecke für die Augen.

Michael Ende, Das kleine Lumpenkasperle

„Es war einmal ein kleines … … das war aus lauter bunten Stofflappen zusammengenäht. Es gehörte einem Büblein, da ging es ihm gut! Das kleine Lumpenkasperle war auch immer lustig.“

Das Lumpenkasperle nimmt nur eines im Leben wirklich ernst, nämlich seinen Beruf als Spaßmacher für das Büblein. Als der Junge aber eines Tages in einem Schaufenster viel schönere und größere Kasperlfiguren entdeckt, die allerlei Fähigkeiten beherrschen und tolle Zubehörs haben, verliert er sein Interesse an seinem alten kleinen Lumpenkasperle.

Christian Futscher, Grüße an alle

Gute Schriftsteller überlegen ein Leben lang, was sie als den berühmten letzten Satz beim Sterben sagen könnten. Dabei entstehen oft ganze Gedichtbände.

Christian Futscher macht sich als Experte für außergewöhnliche Lebenssituationen naturgemäß auf die Suche nach einem passenden Gedicht, mit dem man sein Leben beenden könnte. Sein Top-Vorschlag für letzte Worte lautet: „Grüße an alle“. Mit dieser Grußformel beendet er den Gedichtband, wie auch ein paar Seiten früher in einem Herbstgedicht mit dieser Fügung die keimende Vegetation beendet worden ist.

T. Spexx, Secrets of Amarak - Spione der Unterwelt

„Jose Madrigal LaPorta wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Doch die Aussicht, bald auf dem Totenbett seinen letzten Atemzug zu tun, schreckte ihn nicht. Er betrachtete den Tod eher als eine technische Angelegenheit; vorausgesetzt, man war entsprechen gerüstet. Und LaPorta war gerüstet." (S.5)

Der zwölfjährige Alexander, die gleichaltrige Rebecca und ihr ein Jahr älterer Bruder Joe wohnen in der selben Straßen in Howards End. Was Joe und Rebecca zunächst als eine an einem Friedhof gelegene Sackgasse empfinden, erweist sich recht bald als überaus aufregende Gegend voller Abenteuer, vielleicht sogar mehr, als den Kindern lieb ist.

Attila Bartis, Das Ende

Das aufwühlendste Wort einer Sprache ist wahrscheinlich „Ende“. Wer fühlt sich dabei nicht sofort in ein Kino verschlagen, voller Gefühle und Nachdenklichkeit, wenn das Wort Ende von der Leinwand strahlt und allmählich Licht einsetzt.

Attila Bartis setzt sein Ende an den Schluss einer Gesellschaftsstudie, worin der Held Andás einen Familien- und Erotikfilm selbst erlebt und als Fotograf in eine Bildsprache übersetzt. Der Ich-Erzähler stochert in tausenden von Sequenzen herum, in denen flackernd diskutiert, gelitten, gearbeitet und geliebt wird.

Rhoda Belleza, Herrscherin der tausend Sonnen

„Nachdem die Famlie Ta’an von einer Reihe von Tragödien heimgesucht worden war, glaubte man, sie sei verflucht. Dies machte die junge Prinzessin Rhiannon, die einzige überlebende Nachfahrin der Dynastie, in den Augen der Öffentlichkeit umso kostbarer.“ (11)

Prinzessin Rhiannon Ta’an muss als Kind erleben, wie ihre Familie einem Attentat zum Opfer fällt und ist seit dieser Zeit nur mehr von einem Gedanken gefesselt: sich an Seotra, dem Regenten von Kalu und vermeintlichen Mörder ihres Vaters zu rächen. Nach vielen Jahren soll die Thronfolgerin endlich nach Kalu zurückkehren, um den Thron zu besteigen und ihre Rache zu erfüllen. Doch schon ihrer Abreise zeigt, dass ihre Rückkehr alles andere als erwünscht ist.

Antonio Fian, Mach es wie die Eieruhr

Manche Bücher brennen sich wie ein Kalenderspruch in das Bewusstsein der Leserschaft: Mach es wie die Eieruhr, sei für weiche Eier nur.

Antonio Fian, der Meister der Erwachsenenbildung und Aus-dem-Ärmel-Schüttler literarischer Postings, hat wieder einmal ein paar Literaturgattungen zerlegt und für den Gebrauch der zwanzig-zehner Jahre neu zusammengefügt.

Gerhard Jäger, Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

Je mehr die modernen Alpen durch Einrichtungen der Erholungsindustrie zugepflastert sind, umso heftiger drängt es die Menschen nach Geschichten vom archaisch klaren Überleben, wie es gerade in den Alpen als Super-Mythos erzählt wird.

Gerhard Jäger erzählt von dieser Sehnsucht nach einer spitzen und vor allem noch nicht überfüllten Gebirgswelt, worin man mit wenigen Begriffen auskommt, eben mit Schnee, Feuer, Schuld und Tod. Mehr braucht es nicht und mehr gibt es auch nicht. Die Kunst dieses Romans besteht nun darin, in mehreren Erzählebenen immer mehr Wirklichkeit auszufiltern, bis am Schluss beinahe menschenleer ein Kammerstück vom Überleben in der unendlich weiten Gebirgs- und Naturlandschaft steht.

Piotr Karski, Berge! Das Mitmachbuch für Gipfelstürmer

„Gebirge lassen sich in Ketten untergliedern. Solche Ketten bestehen aus mehreren Massiven. Beispielsweise liegt die Zugspitze (Deutschlands höchster Berggipfel) im Zugspitzmassiv im Wettersteingebirge. Das Wettersteingebirge gehört zu den Ostalpen, diese zu den Alpen.“

Die Welt der Berge ist vielseitig und spannend genauso wie Piotr Karskis Zugang zum Thema, der sein Buch als „Mitmachbuch für Gipfelstürmer“ konzipiert hat und die jungen Leserinnen und Leser auffordert, sich aktiv dem Thema Berge zu nähern.

Alina Simone, Ich wollte Einhörner

In den Hitparaden und Charts gibt es nur Sieger, was aber machen die anderen, die nicht von der Geschmackstombola nach oben gespült werden?

Die Sängerin Alina Simone formuliert es in ihren „Memoiren-Essays“ ziemlich drastisch, den größten Erfolg habe sie mit dem Covern einer unbekannten russischen Untergrundsängerin gehabt. Sonst interessiere sich niemand für sie und wenn, dann höchstens wegen der Geburtsstadt Charkow, wenn diese wieder einmal bombardiert wird.

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