Bücher | Medien nach Erscheinungsdatum

Ludwig Roman Fleischer, Unerwünschte Nebenwirkungen

In einem geordneten System wie der Medizin, der Pädagogik oder der Literatur geht man davon aus, dass etwas beabsichtigt wird, und „daneben“ können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Nun wissen aber gewiefte Mediziner, Lehrer und Autoren, dass es besser ist, Haupt- und Nebenwirkung zu vertauschen, um das Ziel zu erreichen.

Ludwig Roman Fleischer untersucht in seinen literarischen Fallbeispielen knapp zwanzig solcher Nebenwirkungsfälle, die naturgemäß dermaßen skurril und „entrig“ ausgehen, dass man wahrscheinlich bei keinem Gericht der Welt den Schaden einklagen kann. In der Hauptsache ist es das System, das die Sachen vertauscht und etwa Fußnote mit Überschrift verwechselt.

Renus Berbig, Die leise Luise

„»Du kannst schon gut lesen«, sagt Mama. »Und wenn du noch ein bisschen lauter lesen würdest, dann wäre es perfekt.« Mama lächelt und streicht Luise übers Haar. Aber Luise lässt plötzlich die Mundwinkel hängen. Immer wieder fangen sie damit an. Weil sie so leise spricht. Deswegen nennen sie alle die leise Luise.“ (37)

Die siebenjährige Luise fühlt sich wohl zu Hause bei Mama und Papa und ihren beiden Brüdern Ben und Simon. Ihr fällt es nur schwer sich bemerkbar zu machen oder durchzusetzen. Luise hat nämlich eine leise Stimme und wird zu Hause und in der Schule meist überhört. Sie entdeckt aber, dass leise sein nicht immer ein Nachteil sein muss.

Karoline Cvancara, Am Tiefpunkt genial

Lebensentwürfe zeigen ihre wahre Größe erst, wenn sie am Nullpunkt angekommen sind. Erst wenn die Helden ihrer Ideen-Verkleidungen beraubt sind, können sie auf ihre tatsächliche Überlebenskraft zugreifen.

Karoline Cvancara ist mit dem Roman „Am Tiefpunkt genial“ ein perfektes Kammerstück aus dem Wiener Bobo-Grätzl Josefstadt gelungen. Auf engstem Raum ist alles vorhanden, was man zum Glücklichsein braucht. An allen Ecken und Enden sind diese kleinen Geschäfte, die sich unter der Globalisierungshaube wegducken und Wärme und Menschlichkeit verbreiten. Die Griechen und Italiener und sonstigen Lokale sind alle „klein und angenehm“, man isst in kleinen Portionen und trinkt dazu in kleinen Schlucken, bis man dann doch den großen Fetzen ausgefasst hat.

Andrew Lane, Young Sherlock Holmes - Tödliche Geheimnisse

„Sherlock blickte auf das Haus zurück, als das Boot sie in langsamer, aber stetiger Fahrt an dem unheilvollen Gebäude vorbeitrug. Fast schien es, als würde das Gebäude sich bewegen, als würde es seine Frontseite und die schwarzen Fenster stetig auf sie gerichtet halten.“ (39)

Nach Sherlock Rückkehr aus Irland teilt ihm sein älterer Bruder Mycroft während eines Violinkonzerts mit, dass dieser für ihn einen Bildungsaufenthalt in Oxford geplant hat. Sherlock soll von Mycrofts ehemaligem Studienfreund Charles Lutwidge Dodgson, einem Dozenten für Logik, der unter dem Pseudonym „Lewis Caroll“ die Fantasieabenteuer „Alice im Wunderland“ verfasst hat, unterrichtet und auf das spätere Studium vorbereitet werden. Rein zufällig erfährt Sherlock auch, dass sich sein Bruder mit einem „Mortimer Maberley-Problem“ in Oxford beschäftigt.

Inge Cevela (Hg.), Wann Worte wichtig sind

Bücher sind ja den berühmten Eisbergen ähnlich, wir sehen mit etwas Glück das Cover aus den Katalogen ragen und den Rücken aus den Regalen schimmern. Das Wesentliche und Dauerhafte der Literatur freilich bleibt uns meist verborgen und tritt nur durch Lektüre oder Veranstaltungen manchmal ins Licht der Wahrnehmung.

Georg Bydlinski betreut längst einen eigenen Kosmos an Kinder- und Jugendbüchern und ist ein Markenzeichen geworden, das sich noch immer mit Gitarre und guter Stimmung auf den Weg macht, um in Schul-Lesungen die Wahrnehmung für das leise Abenteuer des Alltags umzukrempeln. Anlässlich seines sechzigsten Geburtstages haben Freundinnen und Vorlassbetreuer einen Reader zusammengestellt, der die Poesie des Autors, seine erstaunliche Geradlinigkeit beim Dichten und seine positive Lebensphilosophie würdigt.

Thé Tjong-Khing, Kunst mit Torte

Ein Geburtstag steht vor der Tür und die Malerin Frau Hund malt ein Geburtstagsbild mit Torte. Für ihre Arbeit hat sie sich in die verschiedensten Kunstrichtungen und Kunststile eingelesen und sich mit die berühmtesten Maler und Gemälde der vergangenen Epochen auseinandergesetzt.

Die viele Beschäftigung mit den großen Kunstwerken vergangener Tage lässt Frau Hund in einen Alptraum verfallen. Sie träumt wie ausgerechnet ihr Bild, inmitten einer Ausstellung mit weltberühmten Bildern, von einem maskierten Dieb gestohlen wird. Ihre anwesenden Freundinnen und Freunde bemerken den Diebstahl und machen sich gemeinsam auf eine abenteuerliche Verfolgungsjagd.

Peter Wehle, Die Wiener Gaunersprache

Seit Kindheitstagen träumen wir alle von einer Geheimsprache, mit der wir wichtige Dinge so verschlüsselt aussprechen können, dass uns die Freunde zuzwinkern und die „Kiwara“ blöd schauen. Die sogenannte Gaunersprache ist so eine Geheimsprache, im konkreten Fall ist sie noch zusätzlich verschlüsselt durch die Zeit, die an keiner Gaunersprache spurlos vorbeigeht.

Der legendäre Peter Wehle (Senior) hat sich seinerzeit zum sechzigsten Geburtstag eine Dissertation für das zweite Doktorat geleistet, damit er neben dem Kabarettprogramm, bei dem die anderen gelacht haben, auch selber etwas zu lachen hat. Die geniale Idee, über die Wiener Gaunersprache zu forschen, hat den Sprachforscher Wehle bald einmal an die Sprachgrenzen des Untergrunds gebracht. Das Buch ist seinerzeit ein Bestseller geworden und wird jetzt zum hundertsten Geburtstag seines Autors neu aufgelegt.

Henriette Wich, Der Kampf um das Licht

„Vielleicht gibt es eine Möglichkeit Glora zu retten: Jemand muss mit dem Raumschiff zum Planeten Kauturn fliegen. Ich habe gehört, dass sie dort in Stollen unter der Erde eine neue Energiequelle gefunden haben: reines Licht, das sich in Kapseln füllen und transportieren lässt!“ (10f)

Taros Planets Glora ist in großer Gefahr, weil seine Sonne immer mehr an Energie verliert und Kälter wird, sodass seine Bewohner zu erfrieren drohen. Auf einem entfernten Planeten soll es eine große Energiequelle geben, die das Leben auf Glora retten könnte. Doch es gibt ein Problem: Königin Zoe von Kauturn will mit fremden Besuchern nichts zu tun haben.

Bosko Tomasevic, Hervorgang des Seins

Die Philosophie ist an und für sich ein Massenphänomen, weil jeder Mensch zwischendurch etwas denkt und dabei das Gefühl hat, es könnte sich um etwas Philosophisches handeln. Die ausgewiesene Philosophie grenzt sich dagegen mit Insiderwissen, Fachausdrücken und einem geheimnisvollen Ritual ab, womit sich die Beteiligten gerne selbst in ein besonnen-verschrobenes Eck stellen.

Bosko Tomasevic ist in unseren Breitengraden vor allem als Lyriker bekannt, als Anwalt des Georg Trakl, und als erster Innsbrucker Stadtschreiber. Dabei gilt der Autor als anerkannter Metaphysiker, der seinen Gedichten jeweils einen poetologischen Überbau verschafft und umgekehrt Gedichte oft als „Fallbeispiele“ des Denkens niederschreibt.

Carol Vorderman, u.a., Allgemeine Musiklehre anschaulich erklärt

„Es gibt viele verschiedene Musikstile, doch basieren alle auf Harmonien, Rhythmen und Melodien. Musik hat Regeln und kann wie eine Sprache erlernt werden. Die allgemeine Musiklehre vermittelt einen Einblick in ihre Muster und hilft uns, die Intentionen der Komponisten vergangener Jahrhunderte zu verstehen.“ (6)

Musik ist ein wesentlicher Bestandteil menschlicher Kultur. Was aber ist Musik? Wie setzt sich Musik zusammen und was sind ihre Merkmale? „Allgemeine Musiklehre anschaulich erklärt“ gibt in neun Kapiteln einen klaren und verständlichen Überblick über die verschiedenen Bereiche der Musiklehre von der Schreibweise von Noten und Notenschlüsseln bis zu den verschiedenen musikalischen Stilrichtungen.

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