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Ulrike Kotzina, Box

Box ist eine fiktive Live-Show, dabei werden Paare in eine durchsichtige Box gesperrt, damit sie sich im Rahmen eines Erkennungsspieles vor der Kamera zerfleischen.

Ulrike Kotzina setzt ihr Protagonisten-Pärchen Anna und Nathan der Schau-Lust des Publikums und der eigenen Verunsicherung aus. Die Protagonisten sind Paradepferdchen einer Gesellschaft, die eine ganze Generation durch prekäre Verhältnisse und ständigem Paradigmenwechsel auf Trab hält. Anna hat ein Übersetzerstudium für die Wäsche und Nathan entwickelt gerade ein Computerspiel namens Utopia, mit dem er nicht zu Ende kommt.

Bora Cosic, Konsul in Belgrad

Um von etwas Wichtigem authentisch berichten zu können, braucht es eine entsprechende Akkreditierung als Journalist, Wissenschaftler oder Diplomat.

Bora Cosic steht vor dem schier unlösbaren Problem, sein erzählendes Ich schon als Kind glaubwürdig akkreditieren zu müssen. Er wählt den Weg der Auto-Vereidigung und lässt sein Alter Ego vor sich selbst antanzen und den Posten einnehmen, das erzählende Ich ruft sich als Konsul in Belgrad aus.

Varujan Vosganian, Spiel der hundert Blätter

So ein Blatt begleitet die Menschen durch alle Lebenslagen, es dient dem Kind zum Spielen, ist nützlich beim Aufschreiben von Geschichten, lässt den Spieler auftrumpfen und fällt schließlich im Herbst sachte am liebsten auf ein Grab.

Varujan Vosganian beschreibt anhand des Spiels der hundert Blätter vier verschiedene Schicksale, die auch als Epochen eines Staatsgebildes gelesen werden können. Vier Buben werden im Herbst immer euphorisch, da sind die Alleen voller Blätter und man kann dieses Einmal-Berühren-Spiel machen, wobei man nur einmal auf ein Blatt hüpfen darf, ehe man auf das nächste springt. Am Ende der Allee sind dann alle Sieger.

Jeremy Reed, Beach Café

Jeder Mensch erlebt einmal zwischen Jugend und Erwachsenwerden jeden ultimativen Sommer, der sich aus den puren Elementen Wasser und Luft vor der Sonne ausstreckt, während rundum die Seelen in die Erwachsenenwelt transformiert werden.

In Jeremy Reeds Roman vom „Beach Café“ bereiten sich vier Jungs auf die dunkle Welt der Erwachsenen vor, indem sie noch alles auf Kante ausprobieren, Musik, Drogen, Körperkult und Sex. Das Quartett hat sich beinahe zufällig am Strand gebildet, als die Vier in die Extremzone rund um den Leuchtturm vorgedrungen sind. Zu Hause warten Arbeit, Ekel, Muse oder Sinnlosigkeit auf sie, am Strand jedoch gehen sie mit ihren zarten unschuldigen Existenzen ans Limit. Dione, Nicholas, Paul und der Ich-Erzähler werden von diesem Warten zusammengeführt, dass etwas passiert.

David Casagranda, Tirolés

Die Tiroler sind die idealen Abenteurer, die überall auf der Welt Staunen auslösen. Seit Jahrhunderten arbeiten sie an diesem Mythos.

David Casagranda erzählt in einer Schlussnotiz, was an Patriotismus es mit dem Roman „Tirolés“ auf sich hat. Als der Südtiroler Schriftsteller Kurt Lanthaler einmal schnell einen Stoff braucht, um an der Berliner Filmakademie einen Prüfungsdreh zu bestehen, wird er von David Casagranda verlässlich mit Stoff versorgt. Ein bisschen von diesem augenzwinkernden Schnell-Stoff ist noch im Cover-Text enthalten, wenn von einem „historischen Lederhosenwestern“ berichtet wird.

Silvia Pistotnig, Tschulie

„Ich weiß nicht, was Mainstream heißt.“ (44) Die Heldin der Gegenwart gehorcht zuerst einmal blind Gesetzmäßigkeiten, die dann später mühsam dechiffriert werden müssen.

Im Mittelpunkt von Silvia Pistotnigs Roman „Tschulie“ steht die junge Erwachsene Julia, die als Schulabbrecherin mit diversen Schwierigkeiten konfrontiert wird, das Leben so zu gestalten, wie es im Fernsehen vorgeführt wird. Die Situation ist bunt zugespitzt wie bei einem Comics: Mutter nörgelt dauernd, das Solarium als Arbeitsstelle verspricht nicht gerade eine sonnige Zukunft, und die Boys liefern bei weitem nicht jene Leistung ab, für die sie in diversen Foren und Magazinen berühmt sind.

Robert Menasse, Die Hauptstadt

Große Gebilde lassen sich nur mit einem Roman großer Ironie darstellen. So handelt der berühmte Musil-Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ beispielsweise von einer Parallelaktion, in der es darum geht, die Jubiläumsfeiern des deutschen Reiches mit einer noch größeren der k. und k. Monarchie zu übertreffen.

Robert Menasse nimmt als Musil-Kenner diesen roten Faden von Großveranstaltungen auf, wenn es darum geht, einem ganzen Kontinent einen Sinn, eine Zukunft, eine Feier und vor allem eine Hauptstadt zu verpassen. Die Hauptstadt spielt in Brüssel, wo aus allen EU-Ländern Beamte, Lobbyisten und Adabeis zusammenströmen, um vor allem gut zu essen und diskrete Seitensprünge abzuarbeiten.

Peter Simon Altmann, Der zweite Blick

In Zeiten aufgewühlter Grapsch- und MeToo-Diskussionen wirkt ein literarisch-erotischer Roman umso zeitloser und hintersinniger.

Peter Simon Altmann schickt seinen Helden zwischen die erotischen Kulturen Europas und Japans und lässt ihn dort in einer empfindsamen Sprache anhand von alten Schriften das erotische Kerngeschäft der Gegenwart erledigen.

E. M. Forster, Die Maschine steht still

Die Literatur belohnt sich manchmal selbst, indem sie Prophezeiungen, tatsächlich eintreten lässt und eine Post-Dystopie daraus macht.

E. M. Forster erzählt in seiner über hundert Jahre alten Geschichte von einem totalitären Internet, das die Menschen überfordert und als Diktatur bei der Stange hält. Im Zentrum des Geschehens steht die „Maschine“, alles wird durch sie gesteuert, sie ist weltweit vernetzt, ohne sie geht gar nichts. Es gibt sogar einen eigenen Knopf, mit dem angepasste Literatur abgezapft (heruntergeladen) werden kann.

Alessandro Baricco, Smith & Wesson

Das einzig Sinnvolle einer Waffe wie der Smith & Wesson ist ihr eingetragener Markenname. Damit lässt sich jede Menge Kohle machen, wenn man es klug angeht.

Alessandro Baricco formt aus dem Waffenmythos ein groteskes Medienstück, dessen Botschaft lautet, gute Geschäfte gehen immer mit der Todessehnsucht des Publikums einher. Das Stück selbst ist in Akte und Sätze eingeteilt wie eine Oper oder ein Kammerstück, die Figuren, einmal in Szene gesetzt, reden wie Wladimir und Estragon im Warten auf Godot, und als Bühnenbild gewaltigen Ausmaßes dienen die Niagarafälle, weil es dort die meisten Suizide und Hochzeitsreisen des Kontinents gibt.

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