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Ludwig Laher, Überführungsstücke

Die große Welt leistet sich oft kleine Nischen, in denen sie in einer einzigartigen Anordnung ihre Geheimnisse zur Schau stellt. Das kann die berüchtigte Glasmenagerie sein, worin sich die Psyche der Sammlerin spiegelt, das Kramuri-Museum am Innsbrucker Bergisl, worin die Geschichte Tirols als Devotionaliensammlung angeordnet ist, oder eben eine Asservatenkammer, worin Stücke des Schreckens und der alltäglichen Kriminalität für die Hauptverhandlungen am Gericht aufbereitet werden.

Ludwig Laher lässt nach einem Fünfzeiler von Konrad Bayer, wonach alles etwas Andres bedeuten kann, ziemlich wortgewaltig und auf barocke Ausschweifungen fokussiert einem Asservaten-Beamten freien Lauf. Allein das Wort „asservieren“ (für amtlich bewachen) zeigt, dass der Held Oskar Brunngraber mit großer Hingabe alles auf der Welt betreuen kann, wenn es gewünscht wird.

Volker Meid, Das Buch der Literatur

„Das Reclam Buch der deutschen Literatur ist eine Geschichte der deutschen Literatur in einer neuen Form. Sie verbindet historische und systematische Sichtweisen aus lässt sich durch die eng auf den Text bezogene reichhaltige Bebilderung und vielfältige, den jeweiligen Kontext erhellende Zusatzinformationen in den Randspalten […] ein facettenreiches und auch im wörtlichen Sinn farbiges Bild der Geschichte der Literatur im deutschen Sprachgebiet entstehen.“ (9)

In neun großen, chronologisch unterteilten Kapiteln wird die Geschichte der deutschen Literatur von ihren Anfängen im frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert nach Themenbereichen und am Beispiel ausgewählter Autorinnen und Autoren vorgestellt. Das zahlreiche ausgewählte Bildmaterial bietet den Leserinnen und Lesern neben der kompakten Information auch einen visuellen Einblick in die Welt der deutschsprachigen Literatur der vergangenen 1250 Jahre.

Friedrich Hahn, Die Schaufensterfrau

Prekäre Arbeitsverhältnisse sind längst das täglich Brot einer ganzen Generation geworden und werden auch in der Literatur dementsprechend besungen. Aber gibt es abgesehen von Prostitution prekäre Liebesverhältnisse, worin die Helden und Heldinnen aus dem Glückstopf der Emotionen abgedrängt sind und sich mit Gefühlsbrosamen begnügen müssen?

Friedrich Hahn zeigt eine Frau, die gelernt hat, sich zurückzunehmen und im Hintergrund zu bleiben. Als Schaufensterfrau steht sie zwar im Rampenlicht, wenn sie gerade am Abend die Dekoration wechselt, am nächsten Tag freilich liegen wieder die Produkte im dekorierten Fokus, von der Schaufensterfrau ist weit und breit nichts zu sehen.

Angelika Glitz, Prinz Franz total Papa

„Das ist Franz, er kommt nach Hause. »Puh«, seufzt er, »ich brauch ‚‘ne Pause.« Franz will lesen, ganz in Stille. Ihm fehlt nur noch seine Brille … Franz schlich sich durch Schloss und fluchte, weil er seine Brille suchte.

Franz das Schaft kommt müde von der Arbeit heim und möchte sich ausruhen und lesen. Aber noch bevor er seine Brille finden kann, sind seine Kinder auch schon im Anmarsch und hängen sich an ihren Vater, der mit allen kuschelt. Als er seine Frau Gerda umarmt, spürt diese Schmerzen im Rücken und schickt Franz nach Schneeren, um ihr eine Medizin aus Beeren zu kaufen. Die Kinder soll er dazu mitnehmen.

Alissa Ganijewa, Eine Liebe im Kaukasus

Wenn in der großen Politik nichts zu holen ist, stürzen sich die Menschen auf das kleine Glück und politisieren es. Die Hochzeit ist dabei das Parlament des kleinen Mannes und der kleinen Frau, darin können sich beide für einen Tag verwirklichen, ehe das Unglück wieder Fahrt aufnimmt.

In Alissa Ganijewas Roman „Eine Liebe im Kaukasus“ dreht sich vordergründig alles ums Heiraten. Patja hat in Moskau ein Praktikum absolviert und soll nach Dagestan zurück, um zu heiraten, ehe es zu spät ist. Sie ist mit fünfundzwanzig schon sehr überständig. Die Fühler zu Hause sind schon ausgefahren, man hat bereits den Hochzeitsaal reserviert, man weiß nur noch nicht, wer wen heiraten wird. Ähnlich ergeht es Murat, der in Moskau in einer Anwaltskanzlei arbeitet und ebenfalls nach Hause soll, weil dort komplizierte Verträge Probleme machen.

Erhard Dietl, Gustav Gorky rettet die Erdlinge

„Y9 und ich waren wieder unterwegs zur Erde. Unser Raumschiff zischte durch die Milchstraße. Wie immer saß Y9 im Cockpit. Ich lümmelte gemütlich in meiner Magnet-Schale und schaute hinaus zu den Sternen. Ich wollte die Reise genießen.“ (11)

Gustav Gorky ist Reporter der Planetenzeitung „Der Urknall“ auf dem Planeten Gorky, weit entfernt von der Erde, im hinteren Ende unserer Galaxie. Der technische Fortschritt auf Gorky ist dem der Erde weit überlegen und so gehören für Gorky Reisen durch die Milchstraße zum Arbeitsalltag. Diesmal unternimmt der fröhliche Gorkyaner wieder einmal eine Reise zur Erde, wobei er von seinem überheblichen und eingebildeten Kollegen Y9 begleitet wird, von dem sich zumeist nur genervt fühlt.

Dietmar Füssel, Wirf den Schaffner aus dem Zug

Manche Bücher bleiben als Manifeste in Erinnerung, da ist der Inhalt des Buches schon lange vergessen. Bertha von Suttners „Die Waffen nieder“ (1889) ist so ein Buch, das wahrscheinlich seit hundert Jahren nicht mehr gelesen aber umso häufiger zitiert worden ist.

Dietmar Füssel hat 1983 mit seinem Schaffner-Buch Furore gemacht. „Wirf den Schaffner aus dem Zug“ bringt so genannte respektlose Geschichten ans Tageslicht, dabei werden vor allem politische Strukturen, Ordnungshüter, Dogmen und Faustregeln unverblümt an das schwarze Brett gehängt mit der Bitte um Revision. Die einzelnen Geschichten sind als fiktionale Überlegungen gedacht, nicht aber als Handlungsanleitung.

Carlie Sorosiak, If Birds Fly Back

„Wäre mein Leben ein Fernsehsender, würden rund um die Uhr nur traurige Filme laufen. Ich bin überzeugt, dass Grace alle Farben mitgenommen hat, als sie verschwunden ist. Ich bin überzeugt, dass Álvaro mir helfen kann, die Farben zurück in mein Leben zu bringen.“ (15)

Die 16-jährige Linny Carson liebt Filme über alles und würde gerne Drehbücher schreiben. Seit ihre zwei Jahre ältere geliebte Schwester Grace vor fünf Monaten plötzlich von zu Hause verschwunden ist, ist die Familie von dem Ereignis wie paralysiert. Linny glaubt, dass der bekannte Schriftsteller Alvaro Herrera, der selbst drei Jahre lang verschwunden war, ein Schlüssel bei der Suche nach ihrer Schwester sein kann. Eine schicksalhafte Begegnung zeichnet sich ab, als Sebastian mit siebzehn Jahren endlich erfährt, dass Alvaro Herrera sein leiblicher Vater ist.

Claudia Wisiol, im augenblick die ewigkeit

Gedichte sind oft extremen Zeitangaben ausgesetzt, zum einen handeln sie von der Flüchtigkeit des Augenblicks, zum anderen von der in Worten nicht zu fassenden Ewigkeit.

Claudia Wisiol spannt ihre Gedichte in den Schraubstock extremer Zeiten und dehnt und verdichtet sie zu lyrischen Texten, die im Schriftbild die Auswirkungen dieser Verformungen zeigen. So sind viele Gedichte an der Mittelachse zusammengeschliffen und erscheinen wie eine semantische Feile, andere wiederum stellen die Unordnung dar und die Wörter sind dementsprechend ausgeschüttet wie Kleinspielzeig auf dem Teppich, ab und zu greift das Schriftbild die inhaltliche Bewegung auf und geht in Wellen über.

Andreas Venzke, Martin Luther

„Luther war ein Streiter mit dem Wort und für die Worte Gottes, wie er sie in der Bibel las. Er schlug einen völlig anderen Weg ein. Und er ging diesen Weg entschlossen zu Ende, auch als er erkannte, dass dieser vielleicht zu seinem gewaltsamen Tod und auch dem vieler anderer Menschen führen würde.“ (7)

Das Jahr 1517 ging mit dem berühmten Anschlag von Martin Luthers 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche in Wittenberg als Beginn der Reformation in die europäische Geschichte ein. Das Kinder- und Jugendsachbuch „Martin Luther. Die Freiheit des Wortes und das Lauffeuer der Reformation“ erzählt das Leben des Reformators aus seiner eigenen Sicht, ergänzt durch erläuternde Sachkapitel zum geschichtlichen Umfeld.

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