Was Kinderbücher zu Klassikern macht

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Was macht ein Kinderbuch zum Klassiker? In der Literaturwissenschaft gibt es dazu zahlreiche Theorien und Kriterien. Letztlich entscheiden die Leserinnen und Leser, welche Geschichten zu Klassikern werden.

Für Lesen in Tirol versuchten drei Autorinnen und Autoren die Frage zu beantworten. Sie haben sich gegenüber Ursula Paulweber, die das Thema im Rahmen eines Ausbildungslehrganges für Schulbibliothekarinnen untersucht hat, geäußert.

Georg Bydlinski gab „drei kurze, eher intuitive Antworten“ auf diese Frage:

1. Die pragmatische Antwort: Ein Kinderbuchklassiker ist ein Buch, das sich das sich länger- oder langfristig auf dem Buchmarkt durchsetzt und überdurchschnittliche Aufmerksamkeit gewonnen hat.

2. Inhaltlich denke ich, dass jeder Kinderbuchklassiker einen unmittelbaren Lebensbezug aufweisen muss, sonst käme es nicht in zum in Antwort 1 skizzierten Erfolg.

(Dieser Lebensbezug muss manchmal erst „decodiert“, also von der phantastischen Ebene auf die konkrete Alltagsebene übertragen werde, was aber meistens indirekt und unbewusst bereits beim Lektüreprozess bzw. beim Vorlesen geschieht.)

3. Bei vielen Kinderbuchklassikern (u. a. Christine Busta, Die Sternenmühle; Mira Lobe, Das Kleine ICH BIN ICH; die Stanislaus-Bände von Vera Ferra-Mikura) ist es das besonders gelungene Zusammenspiel von Text und Bild, das die Bücher in Erinnerung bleiben lässt, oft über mehrere Generationen hinweg. Die Elterngeneration kauft aus diesem Grund ihren Kindern dieselben Bücher, die sie selbst in ihrer Kindheit geprägt haben.

Susanne Preußler-Bitsch (in Vertretung ihres verstorbenen Vaters Otfried Preußler, dessen Werk sie verwaltet):

Sicherlich, formal gesehen, ist ein Kinderbuch dann ein Klassiker, wenn es zu den Long- bzw. Bestsellern zählt, also jahrzehntelang von vielen Generationen von Lesern geschätzt und gelesen wird. Also gleichermaßen Kinder und Erwachsene anspricht – denn die Älteren sind ja diejenigen, die die Bücher für die Jüngeren kaufen und Bücher so zu Klassikern werden lassen.

Wichtige Voraussetzung dazu ist, dass das Kinderbuch literarisch gelungen ist. Dass die sprachliche Gestaltung, die Qualität des Erzählten stimmen – sich der Leser mit Freude in die „Welt der Geschichte“ führen lässt, dort gedanklich verweilt und sich gerne daran erinnert.

Dazu muss die Geschichte stimmig erzählt sein, muss glaubwürdig, spannend und humorvoll sein. Denn kindliche Leser merken sofort, wenn eine Geschichte hinkt oder mit schnellen, fadenscheinigen Wendungen auszukommen versucht.

Ein Kinderbuchautor muss also sein literarisches Handwerk beherrschen und sich in die Gedanken- und Gefühlswelt von Kindern hineinversetzen können. Wenn er das gut kann, dann wecken auch nach vielen Jahren einzelne Namen, Figuren, Szenen bei den heute Erwachsenen Kindheitserinnerungen, die sich mit den Geschichten aufrufen lassen. Es sei daran erinnert: Es bestimmen eigentlich die Erwachsenen, welche Bücher zu Klassikern werden.

Renate Welsh:

... . Es sind nicht die Autorinnen und Autoren, die über die Aufnahme ihrer Werke in den Rang von „Klassikern“ entscheiden, es sind die Leserinnen und Leser, die Rezensentinnen und Rezensenten, die Buchhändlerinnen ...

Ich glaube ja, dass ein Buch erst dann ein Eigenleben bekommt, wenn es gelesen wird, wenn der lesende Mensch eigene Erfahrungen, Wünsche, Hoffnungen, Enttäuschungen, Träume miteinfließen lässt in das Leseerlebnis und dadurch den flachen Seiten eine neue Dimension schenkt. Im allerbesten Fall führt es dann noch dazu, dass zwei Menschen über dieses Buch ins Gespräch kommen und dabei auch noch bisher unbekannte Seiten in sich selbst entdecken. Die Summe dieser Entdeckungen ist es vielleicht, was ein Buch zum Klassiker macht. ...

Bildquelle: Pixabay (gemeinfrei)

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