S. J. Kincaid, Diabolic

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„Alle glaubten sie, Diabolics seien furchtlose Kreaturen, doch in meinen ersten Jahren kannte ich nichts als Angst. Die Angst hatte mich auch an jenem Morgen fest im Griff, als die Impyreaner mich in den Gehegen besichtigten.“ (9)

In einer entfernten Zukunft, in der interstellare Raumreisen zum Alltag gehören, besteht zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten eine strenge Hierarchie. Die Grandyloquay, die Aristokratie und Mächtigen, lassen sich eigene menschenähnliche Wesen züchten, die ihnen im Alltag zu Diensten sind. Nemesis ist eine siebzehnjährige Diabolic, die als tödliche Kampfmaschine gezüchtet wurde, die allein ihrer Herrin dienen soll, auf die sie mit Hilfe elektrischer Stimulation geprägt wird.

Nemesis‘ Herrin ist Grandeé Sidonia Impyrean, Donia genannt, die gleichaltrige Tochter und einzige Erbin des Senators von Impyrean. Donia betrachtet Nemesis von Anfang an als menschliches Wesen und sucht die Freundschaft der Diabolic, die bereit ist zu töten und ihr Leben für ihre Herrin einzusetzen.

Donias Vater hat seit längerer Zeit den Ärger des Kaisers Randevald Domitrian auf sich gezogen, weil er gegen die Unterdrückung der Wissenschaften und die Diktatur des Kaisers auftritt, die er als Gefahr vor dem drohenden Untergang der Galaxie durch zunehmende schwarze Löcher betrachtet. Nur ein Ende des verordneten wissenschaftlichen Stillstands kann Rettungsmöglichkeiten entwickeln. Dazu teilt der Senator heimlich aufbewahrte wissenschaftliche Schriften mit dem Widerstand.

Als der Kaiser den Befehl erteilt, dass aus Sicherheitsgründen alle Diabolics getötet werden müssen, gelingt es Donia mit Hilfe ihrer Eltern Nemesis zu retten. Auf Befehl des Kaisers wird Donia als Geisel an den Kaiserhof auf das Raumschiff Valor Novus beordert. Donias Mutter fasst den Plan, das Leben ihrer Tochter zu retten, indem sie Nemesis die Rolle Donias einnehmen lässt. Nach einer kurzen Ausbildung macht sich Nemesis als Grandeé Sidonia Impyrean auf den Weg zum Kaiser.

Nachdem Kaiser Randevald ihr gleich zu Beginn vermittelt, dass ihr Leben in großer Gefahr ist, lernt sie Neveni, die junge Tochter der Vize-Königin vom Planeten Lumina, kennen, zu der sie bald eine enge Verbundenheit entwickelt. Einen besonders merkwürdigen Eindruck macht ihr Prinz Tyrus Domitrian, der 19-jähriger Thronfolger, der als verrückt gilt und durch sein bizarres und lautstarkes Gebaren den Ekel der Mehrheit der anwesenden Grandiloqay auf sich zieht. Nemesis erkennt aber recht bald, dass mit dem scheinbar verwunderlichen Verhalten des Prinzen etwas nicht stimmt.

Eines Tages wird Nemesis zur Ratssitzung der Senatoren gerufen, wo der Kaiser den anwesenden Kindern der Senatoren mitteilt, dass sie als Nachfolger ihrer Eltern angelobt werden, nachdem er die Familien seiner Kritiker mit Hilfe seiner Kriegsflotte beseitigen hat lassen. Nemesis kennt nach dem Tod ihrer Herrin Donia nur noch einen Gedanken: Rache. Doch zwischen ihr und Kaiser Randevald stehen die drei persönlichen Diabolics des Kaisers, die schon seit längerer Zeit ein argwöhnisches Auge auf Nemesis geworfen haben. Als sie in einem Kampf mit einer Diabolic zu unterliegen droht, rettet ihr Prinz Tyrus unerwartet das Leben.

S. J. Kincaid gelingt es in ihrem Science-Fiction Jugendroman „Diabolic“ von Beginn weg eine Spannung aufzubauen, welche die Leserinnen und Leser bis zum Schluss nicht mehr loslassen wird. Schnell und gezielt werden die einzelnen Protagonisten und die Lebenswelt der Heldin vorgestellt und die rasante Haupthandlung vorbereitet, in der sich ein schonungsloser Kampf um Macht und Einfluss entspinnt, in dem die raue Gewalt herrscht und niemand dem anderen trauen kann.

Auf einer zweiten überaus spannenden Ebene verfolgen die Leserinnen und Leser die Entwicklung eines Wesens, das als gefühlslose Kampfmaschine erschaffen worden war und sich langsam vorantastend immer mehr zu einem empfindsamen Menschen mit Werten, Hoffnungen und Wünschen. Wir begleiten sie auf ihrem verwirrenden Weg durch die Welt der Macht, voll Intrigen und Grausamkeiten, in der selbst Liebe und Freundschaft einen bedrohlichen Beigeschmack haben.

Ein überaus empfehlenswerter, spannender und vielschichtiger Jugendroman mit zahlreichen unerwarteten Wendungen, der die Leserinnen und Leser bis zum Schluss mitzittern lässt.

S. J. Kincaid, Diabolic. Vom Zorn geküsst, übers. v. Ulrich Thiele [Orig. Titel: The Diabolic], ab 14 Jahren
Würzburg: Arena Verlag 2017, 488 Seiten, 19,60 €, ISBN 978-3-401-60259-2

 

Weiterführende Links:
Arena Verlag: S. J. Kincaid, Diabolic
Homepage: S. J. Kincaid (engl.)

 

Andreas Markt-Huter, 15-05-2017

Bibliographie
AutorIn: 
S. J. Kincaid
Buchlangtitel: 
Diabolic. Vom Zorn geküsst
Übersetzung: 
Ulrich Thiele
Originaltitel: 
The Diabolic
Altersangabe Verlag: 
14
Zielgruppe: 
Jugendliche
Erscheinungsort: 
Würzburg
Verlag: 
Arena Verlag
Seitenzahl: 
480
Preis in EUR: 
19,60
ISBN: 
978-3-401-60259-2
Kurzbiographie AutorIn: 

S. J. Kincaid wuchs in Kalifornien auf und ging in New Hampshire zur Schule. Sie ist Weltenbummlerin und pendelt mit Vorliebe zwischen den USA und Schottland hin und her.

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