Tiroler Brauchtum: Christi Himmelfahrt und Pfingsten

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In der Reihe Tiroler Brauchtum im 19. Jahrhundert stellen wir Bräuche rund um Christi Himmelfahrt und Pfingsten vor, die von Ludwig von Hörmann in seinem Buch über Tiroler Traditionen beschrieben werden.

Es gibt keinen religiösen Tiroler Festtag, der von nicht von Ludwig von Hörmann beschrieben worden wäre. So werde auch für Christi Himmelfahrt und Pfingsten zahlreiche Bräuch beschrieben und Geschichten erzählt, die heute oft schon lang vergessen sind.

Hörmann erzählt z.B. die Geschichte wie die Haller zum Spottnamen Haller Kübel gekommen sein sollen:

Schlimm soll es bei der Auffahrtsfeier einmal den Hallern ergangen fein. Als nämlich das hölzerne Bild bei Trompeten- und Paukentusch emporkreiste, riß das Seil und - o Schreck! die Gestalt lag in Stücke zerbrochen auf dem Steinboden der Kirche. Auffi (hinauf) muß er denkt sich der im Estrich hantierende Meßner, läuft schnell in die Sakristei um einen Kübel, gibt die Stücke hinein, bindet das Seil daran und läßt vor den Augen der freudig bewegten Menge den Herrgott im Kübel gen Himmel fahren.

Von dieser Zeit werden die Bewohner der Stadt Hall mit dem Spottnamen Haller Kübel bedacht.

Zwar sind die Geschichten und Gebräuche rund um Pfingsten weniger zahlreich, wie Hörmann bemerkte, unterhaltsam sind sie aber allemal, wie eine Geschichte die sich in Stilfs ereignet haben soll.


In Tirol soll es schon vorgekommen sein, dass der Heilige Geist am Erscheinen gehindert worden ist. Foto: Anton Brock (Tibs Bilderdatenbank) und Franz Burger (Tibs Bilderdatenbank)
 

Um das Herabkommen des Heiligen Geistes zu veranschaulichen, sollte in Stilfs der Messner eine echte Taube über eine Lücke in der Kirche freilassen:

[...] Die andächtige Menge gaffte schon lange mit offenem Munde nach der bewußten Plafondöffnung. Schon war gewiß zum sechsten Male das bekannte Lied gesungen worden:

Komm, Komm,
Komm, Heiliger Geist,
Mit deinen sieben Gaben all,
Bewahr uns vor dem Sündenfall.

Umsonst! Der heilige Geist wollte nicht erscheinen. Schon ging ein äußerst bedenkliches Murren durch die harrende Gemeinde. Endlich öffnete sich die Lücke, aber, o weh, statt der Taube steckte der Meßner seinen bärtigen Kopf heraus und rief mit angsterstickter Stimme:

Singt it (nicht)
Er kimmt it.
Die Katz hatn gfreßa.

 

Zum Buch:

Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich das traditionelle Brauchtum in den einzelnen Tiroler Tälern mit großer Geschwindigkeit zu verändern. Hörmann erkannte die unwiederbringlichen Veränderungen im Brauchtum und dokumentierte unter anderem das Alltagsleben der Gebirgsbauern wie es sich im Wechsel der Jahreszeiten gestaltete, ihre Arbeit, Erholung u.a. und gelangte dabei bis in die entlegensten Tiroler Täler.

Das Buch zählt mehr als 500 Seiten und behandelt das bäuerliche Fest- und Arbeitsjahr, das Familienleben und einzelne Gestalten und Bilder aus dem Dorfleben. Im Internet steht Ihnen unter sagen.at das gesamte Buch frei zum Lesen zur Verfügung.


Christi Himmelfahrt

Mit Christi Himmelfahrt  wird die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel bezeichnet. Das Kirchenfest Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag des Osterfestkreises, also 39 Tage nach dem Ostersonntag, gefeiert, weshalb das Fest auch immer auf einen Donnerstag fällt. Als frühestmöglicher Termin gilt der 30. April, als spätestmöglicher Termin der 3. Juni. In der Schweiz und in Liechtenstein spricht wird der Kirchenfeiertag als Auffahrt bezeichnet.


(li.) Eine der ältesten Darstellungen der Himmelfahrt als Elfenbeinrelief, Mailand oder Rom um 400. (sogenannte „Reidersche Tafel“, Bayerisches Nationalmuseum, München), Photo: Andreas Praefcke - Wikimedia
(re.) Christus in der Mandorla, von Engeln getragen. Tempera auf Holz von Andrea Mantegna (um 1461) Uffizien - Florenz. Foto: The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei

 

Pfingsten: Wortbedeutung

Das Wort Pfingsten leitet sich aus dem grieichischen Wort Pentēkoste (heméra) ab, was der der Fünfzigste (Tag) bedeutet, die seit Ostern vergangen sind. Im Althochdeutschen hieß Pfingsten: fimfchusti woraus im mittelhochdeutschen: phingeste, pfingst entstand. In der englischen Bezeichnung Pentecost kommt der ursprüngliche Bezug zur griechischen Sprache noch unmittelbarer zum Ausdruck

  
Darstellung der Ausgießung des heiligen Geistes im Rabbula-Evangeliar, eine illuminierte syrische Handschrift  aus dem Jahr 586 n. Chr. Bildquelle: Franz Burger - Wikimedia

 

Weiterführende Links:
sagen.at: Ludwig von Hörmann
Sagen.at: Hörmann, Tiroler Volksleben - Christi Himmelfahrt und Pfingsten
Wikipedia: Christi Himmelfahrt
Wikipedia: Pfingsten

 

Andreas Markt-Huter, 04-05-2005
aktualisiert: Andreas Markt-Huter, 24-05-2017

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