Schulbibliothek Oktober - Tras Las Huellas de Christo

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Seit Jahren nimmt die Hauptschullehrerin Uschi Krabichler ihre Zuhörer/innen mit auf die Reise nach Südamerika. Auf Wunsch besucht die hervorragende Märchenerzählerin Tiroler Schulen und erzählt den Schüler/innen am liebsten in der Schulbibliothek Märchen aus Peru. Alle Requisiten sowie ihre Verkleidung stammen direkt aus dem Land.

Zudem unterstützt sie seit Jahren das Kinderhilfsprojekt Tras Las Huellas de Christo in Cayma, welches das größte Armenviertel in der Stadt Arequipa in Südperu ist.
Die Kinder und ihre oft allein erziehenden Mütter leben unter der Armutsgrenze. Analphabetismus, Unterernährung und die fehlende Gesundheitsversorgung sind die größten Probleme. Viele Kinder sind schutzlos der Gewalt auf der Straße ausgesetzt.
In folgendem Interview für Lesen in Tirol verrät sie, warum sie ausgerechnet Märchen aus Peru erzählt, wie man das Kinderhilfsprojekt wirksam unterstützen kann und was bisher schon erreicht werden konnte.


Uschi Krabichler im Interview


Lesen in Tirol: Liebe Uschi, warum erzählst du als Tirolerin ausgerechnet Märchen aus Peru? Und wie kommst du zu diesen Geschichten?

Uschi Krabichler:   Märchen - speziell aus dem Orient und aus anderen fremden Ländern - haben mich schon immer fasziniert. Vielleicht deshalb, weil sie auf emotionalem Wege den Zugang zu einer anderen Kultur öffnen. Zugleich beinhalten sie eine so zutiefst menschliche Wahrheit, und zwar wertfrei, ohne den moralischen Zeigefinger, wie es die Tiroler Märchen und Sagen tun. Diese Märchen habe ich auch meinen Kindern vorgelesen und erzählt. Eins meiner Kinder ist adoptiert. Aus Peru. Durch eine in Deutschland lebende Peruanerin bekam ich eines Tages ein Märchenbuch mit Mythen aus dem Regenwald in die Hände. Daraus erzählte ich nun und spielte die Geschichten meinen Kindern vor. Einmal redete mich eine ältere Zuseherin an: Das kannst du jederzeit vor Publikum erzählen. Ich versuchte es - und der Erfolg gab ihr Recht: Seit 13 Jahren erzähle und spiele ich nun indianische Märchen für Jung und Alt.


In der Schulbibliothek VS Kitzbühel 


Uschi erzählt

Lesen in Tirol:  Immer wieder fasziniert mich, wie es dir mit wenigen Mitteln, aber hoher Sprachkunst gelingt, deine Zuhörer in wenigen Augenblicken mitten in die Kultur von Südamerika zu versetzen. Hast du als Märchenerzählerin eine spezielle Ausbildung genossen?

Uschi Krabichler: Nein, ich habe keine Ausblildung als Erzählerin. Abgesehen von einigen Workshops, die mich interessieren und sicher meinen Stil verbessern. Das Wichtigste beim Erzählen ist für mich, dass ich mir genug Zeit lasse beim Entwickeln meiner eigenen Ideen, dass ich mich mit meinen Märchenfiguren identifizieren kann, und, ganz wesentlich: die harte, aber ehrliche Kritik meiner Familie.

Lesen in Tirol: Wie hast du das Projekt Tras Las Huellas de Christo kennengelernt?

Uschi Krabichler: Wie bei den Märchen, war auch hier eine Begegnung mit Menschen aus Peru ausschlaggebend: Von Musikern, die mit ihren Einnahmen eine Initiative für notleidende Kinder aus den Slums ihrer Heimatstadt unterstützten, erhielt ich eine Adresse. Es entstand ein Briefkontakt zu Miriam, einer Frau aus dieser Gruppe. 1995 konnte durch je eine bescheidene Spendensumme pro Jahr das Projekt Tras Las Huellas de Christo ins Leben gerufen werden: In einer gemieteten Garage wurden Zusammenkünfte und Workshops für Kinder, Jugendliche und ihre Mütter organisiert. Ich versuchte die Finanzierung zu sichern, meine Projektpartner in Peru gaben ihre gesamte Freizeit für die notleidenden Menschen.
Im Jahr 2002 erfolgte mein erster persönlicher Besuch - seither hat sich die Hilfe immens vergrößert: Wir haben ein eigenes Haus kaufen und erweitern können, in dem etwa 400 Menschen aus den Elendsvierteln Hilfe finden.

Uschi Krabichler in Arequipa

Lesen in Tirol:  Wer hilft vor Ort?

Uschi Krabichler: Meine Partner bzw. Freunde in Peru sind Miriam und Urbano Gallegos, sie leiten und organisieren alles. Mittlerweile haben wir über 10 Freiwillige, die für ein Taschengeld verlässliche Arbeit leisten, aber auch 7 professionelle Mitarbeiter. Die Arbeit soll gut und kompetent sein, daher ist z.B. ein Arzt, ein Jurist, ein Lehrer mit Fachwissen notwendig.

Im Kinderhaus

Lesen in Tirol: Erzähle bitte kurz, wie die Hauptschule Kitzbühel das Projekt jährlich unterstützt.

Uschi Krabichler: Die HS Kitzbühel sammelt seit vielen Jahren jeweils für ein soziales Projekt. Seit 6 Jahren hat das Elternforum für mein Projekt in Peru abgestimmt. Wir versuchen jedes Jahr ein anderes Schwerpunktthema zu finden, das dann als Projekt in allen Klassen in den Stoff integriert werden kann. Themen waren etwa: Südamerika - Kinder in der 3.Welt - Verzicht - Aktion Straßenkinder. In den letzten Jahren sind wir auch in die Öffentlichkeit gegangen mit den Ergebnissen der Arbeit, durch eine Ausstellung, einen Musikabend, oder Schuheputzen und Autowaschen am Stadtplatz. Der Abschluss ist immer eine Spendensammlung.

Schüler der HS Kitzbühel unterstützen das Projekt: Autowaschen für einen guten Zweck


Straßenkinder in Kitzbühel? - Schuhe putzen für einen guten Zweck.


Charity-Schwarzseelauf Kitzbühel - Direktor Georg Hechl kontrolliert die Startlisten

Lesen in Tirol: Was kann jede/r einzelne dazu beitragen? Welche Ziele gibt es für das kommende Schuljahr 2010/11?

Uschi Krabichler: Ich glaube, die Aktion hilft immer auf zwei Seiten: Die eine ist hier bei uns, wenn wir aufmerksamer werden, bewusster umgehen mit dem, was wir haben, oder bewusst verzichten auf das, was wir gar nicht brauchen. Und davon kann ein anderer Mensch menschenwürdiger leben: ein Essen für ein Straßenkind kostet 1 € für 1 Tag. Also 30 € im Monat. Dafür erhält dieses Kind aber viel mehr, nämlich Betreuung, Hoffnung, es findet Freunde, einen von der Gewalt der Straße geschützten Raum. Ziel für das kommende Schuljahr wäre die Eröffnung eines eigenen Kindergartens, wo die Kleinen richtig integriert und gefördert werden.  Dafür fehlen noch 15 Kindergartenpaten. Für je 30 € pro Monat könnten Plätze für 50 Kinder geschaffen werden!

Lesen in Tirol: Kannst du garantieren, dass das gespendete Geld dort ankommt?

Uschi Krabichler: Ja, das kann ich! Noch ist es ein relativ kleines Projekt, das hier mit der Hilfe freiwilliger Mitarbeiter funktioniert. Inzwischen arbeiten wir als Verein, also haben wir eine genaue Buchhaltung, die jederzeit überprüft werden kann. Die Überweisungen übernehme ich persönlich. Somit kann ich wirklich sagen: Jeder gespendete Cent kommt an!

Weitere Fragen?
Kontaktadresse: U. Krabichler, Tel. 05356/62991  Mail:  u.krabichler@gmx.at
Jede
Spende hilft: Kto.Nr. 1042530 bei Raiffeisenbank Reith, BLZ 36263 

Lesen in Tirol: Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg mit deiner Arbeit als Märchenerzählerin und deinem wertvollen, sozialen Projekt.

Quelle oder Autor/-in: DÜ Oktober 2010

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