Christine Werner, Die Arbeitslosenpolizei

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Buch-Cover

Die Polizei sieht zwar alles, aber das gelingt ihr nur, weil sie in Spezialisten-Trupps unterteilt ist. So wie es eine Autobahn-, Staats- oder Vereinspolizei gibt, gibt es auch eine Arbeitslosenpolizei. Die nennt sich vielleicht offiziell nicht so, aber es kommt auf das gleiche hinaus.

Christine Werner beobachtet in ihrer Recherche nun ihrerseits die Arbeitslosenpolizei, und es entgeht ihr nichts. Unter dem Titel Arbeitsmarktförderung oder Arbeitsvermittlung laufen insgeheim die größten Überwachungsaktionen ab, die man sich vorstellen kann.

Die arbeitslosen Menschen werden in diese sogenannte Servicestelle gespült, und dann ist es aus mit der Menschenwürde. In unzähligen Fragebögen wird das Letzte dieser Arbeitssuchenden herausgepresst, offiziell natürlich mit der Finte, dass man einen durchleuchteten Körper besser vermitteln kann als einen Menschen, bei dem noch nicht alles geklärt ist.

In unzähligen Szenen sitzen die Arbeitslosen am Amt und werden zum Narren gehalten. Nicht nur, dass sie keine Arbeit vermittelt bekommen, sie werden auch streng überwacht, dass sie ja keinen falschen Handgriff tun, denn das wäre Schwarzarbeit.

Wie in einem traurigen Theaterstück berichten die Klienten von ihren ewigen Umschulungen, Drangsalierungen und Überwachungen. Denn die Arbeitslosenpolizei hat ihre Fühler überallhin ausgestreckt, arbeitet sie doch mit den sogenannten Arbeitgebern zusammen, die ihrerseits die Bevölkerung fest im Griff haben.

Am Arbeitsamt hingegen laufen jede Menge Trainer herum, die letztlich von der Situation vollkommen überfordert sind. Frisch von der Uni abgegangen stehen diese Trainer der Realität fassungslos gegenüber, aber sie müssen durchhalten und die Zeit mit sinnlosen Programmen totschlagen, weil sie ja sonst selbst arbeitslos wären.

Natürlich kommen zwischen diesen heillos verfahrenen Situationen immer wieder die blanken Strukturen zum Vorschein. Das ganze Desaster nimmt ungeahnte Dimensionen an, weil keine Arbeitslosenpolitik, keine Lobby für Erwerbslose und letztlich kein Platz für Menschen vorgesehen ist, die eben nicht in den Arbeitsmarkt wollen.

Das einfache Überleben ist nicht gestattet, dafür sorgt schon die Arbeitslosenpolizei. Christine Werners Recherche ist skurril pervers ausgefallen, weil eben die Wirklichkeit so ist.

Christine Werner, Die Arbeitslosenpolizei. Recherche. (Prosa). Cartoons von Carina Klammer.
Gosau: Arovell 2009. 153 Seiten. EUR 12,90. ISBN 978-3-902547-76-7.

 

Weiterführende Links:
Arovell-Verlag
Wikipedia: Christine Werner

 

Helmuth Schönauer, 25-10-2009

Bibliographie
AutorIn: 
Christine Werner
Buchlangtitel: 
Die Arbeitslosenpolizei. Recherche
Illustration: 
Carina Klammer
Erscheinungsort: 
Gosau
Verlag: 
Arovell
Seitenzahl: 
153
Preis in EUR: 
EUR 12,90
ISBN: 
978-3-902547-76-7
Kurzbiographie AutorIn: 

Christine Werner, geb. 1954, lebt in Wien und in der Steiermark.

Volltextsuche:
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